Die Werra ist als rechter oder östlicher Quellfluss neben der Fulda einer von zwei Quellflüssen der Weser, der in oder durch Thüringen, Hessen und Niedersachsen fließt und teilweise deren Grenzen bildet oder diese kreuzt. Etymologisch sind Werra und Weser sehr wahrscheinlich der gleiche Name (damit wäre die Fulda lediglich ein Nebenfluss der Werra/Weser).
Die circa 300 km lange Werra ist ein Nebenfluss bzw. Quellfluss der Weser. Der ursprüngliche germanische Name ist nicht eindeutig bekannt und so ist nur die römische Bezeichnung Visurgis gesichert überliefert. Visurgis ist sehr wahrscheinlich das lateinische Wort für Wiesenfluss. In römischer Zeit gab es nur diesen einen Namen für Werra und Weser, er bezeichnete den Fluss in seiner gesamten Länge von 744 km,was ihn zum längsten ausschließlich deutschen Fluss machen würde. Aus Visurgis wurde im Laufe der Jahrhunderte Wisura, Wisera, Wisora, Wisara oder aus Wisur–aqua, Wisuraha, also Wiesenfluss. Aufzeichnungen aus der Zeit Karls des Großen nannten ihn Wirraha. Während der deutschen Sprachverschiebung im 12. bis 13. Jahrhundert vollzog sich die Namensteilung: Im Oberdeutschen blieb der alte Name des Oberlaufs Wirraha/Werra erhalten und aus einer Verschmelzung von Wirraha/Wisuraha entstand das niederdeutsche Werser oder hochdeutsch Weser.